Proträt eines Gründers: Dr. Stefan Köhler


Foto: Privat

Alumnus Dr. Stefan Köhler ist Physiker und hat an der JMU studiert und promoviert. Nach seiner Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Prof. Tran-Gia hat er vor vierzehn Jahren sein erstes Unternehmen Infosim gegründet.

Herr Dr. Köhler, was hat Sie zur Gründung bewogen?

Ich habe mit zwei Kollegen während meiner Unizeit ein Patent angemeldet und wollte die Idee des Patentes realisieren. Des Weiteren finde ich das Arbeiten im Rahmen eines Start-Ups wesentlich interessanter, da man direkten Einfluss auf seine Tätigkeit hat.

Ich wollte nie ein kleines Rädchen innerhalb eines großen Konzerns werden, sondern etwas Eigenes realisieren. Der große Aufgabenbereich als Gründer hat mich natürlich auch gereizt.

 

Welche Eigenschaften sollte man aus Ihrer Sicht unbedingt mitbringen, wenn man gründen möchte?

Neugierde, Selbstkritik und die Fähigkeit sich in neue Dinge einzuarbeiten. Eine gewisse Beharrlichkeit schadet auch nicht.

Typabhängig sollte man sich, wie in unserem Fall, auch Mitstreiter bei der Gründung der Firma suchen. Mir persönlich halfen und helfen meine Kollegen sehr beim Aufbau und Wachstum der Firma.

 

Welche größte Herausforderung und welche größte , persönliche Chance würden Sie in einer Gründung sehen?

Die Erfahrung hat gezeigt, dass es verschiedene Phasen innerhalb des Firmenwachstums gibt. Die Herausforderung ist, zu erkennen, in welcher Phase man sich befindet und welche Rolle man selbst am besten einnehmen sollte. Tätigkeiten abzugeben ist nicht immer leicht, aber notwendig.

Immer wieder neue Dinge zu lernen und nicht auf einen Tätigkeitsbereich festgelegt zu sein, ist für mich der größte Gewinn aus meiner Gründung. Natürlich spielt auch Glück und ein gewisses Durchhaltevermögen (auch finanziell) eine Rolle.

 

Was würden Sie Studierenden/Absolventen als Ratschlag mit auf den Weg geben?

Sich Zeit zu nehmen um klare Ziele zu definieren, diese zu verifizieren und dann diese beharrlich zu verfolgen. Bei allen auftretenden Problemen sollte man den Spaß an der Sache nicht verlieren. So ist z.B. mein guter Vorsatz für dieses Jahr, jeden Tag mindestens einmal zu lachen.

Von: Michaela Thiel

15.02.2017, 13:01 Uhr