Berufsfelder für Geisteswissenschaftler

Genau so vielfältig wie die geisteswissenschaftlichen Fächer an der Universität Würzburg (hier und in der Folge verwendet als Sammel- bzw. Oberbegriff für die "klassischen" Geisteswissenschaften sowie Kultur- und Sozialwissenschaften) sind auch die beruflichen Möglichkeiten für die Absolventen dieser Disziplinen. Da das Studium von Fächern wie Philosophie, Theologie, Germanistik, Anglistik oder Archäologie im Unterschied zur Rechtswissenschaft oder der Medizin nicht für einen konkreten Beruf ausbilden - von einer Laufbahn an Universität, Schule oder Kirche einmal abgesehen - sind einerseits viele Studierende verunsichert, wie sie später ihr erworbenes Fachwissen einsetzen können, andererseits wissen viele Arbeitgeber nicht, in welchen Branchen sie Geisteswissenschaftler beschäftigen können.

Obwohl es im allgemeinen "nur wenige Stellenangebote gibt, die sich explizit an die Vielzahl der Absolventen geisteswissenschaftlicher Studiengänge richten"[1], existieren auf dem Arbeitsmarkt "erhebliche Potenziale für Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaftler"[2]. Durch die im Studium neben dem Fachwissen erworbenen Schlüsselqualifikationen stehen Geistes- und Sozialwissenschaftlern nämlich viele Tätigkeitsbereiche offen.

  • Strukturiertes Denken und problemorientiertes Arbeiten,
  • Argumentations- und Konfliktfähigkeit,
  • schriftliches und mündliches Ausdrucksvermögen,
  • Kreativität,
  • Selbstmotivation und Lernbereitschaft,
  • Recherchekompetenz und schnelles Einarbeiten in neue Themen
  • sowie ein großes Allgemeinwissen

sind nur einige Fähigkeiten, die überall in der Berufswelt eingesetzt werden können und in der Wirtschaft stark nachgefragt werden. In Zeiten der Globalisierung und internationalen Vernetzung sind kommunikative, soziale und interkulturelle Kompetenzen – also Eigenschaften, die Geistes- und Sozialwissenschaftlern grundsätzlich zuzuordnen sind – von entscheidender Bedeutung.

Empfehlenswert  im Hinblick auf einen erfolgreichen Berufseinstieg ist neben diesen Aspekten auf jeden Fall der Erwerb weiterer Kenntnisse und Fähigkeiten während der Studienzeit. Zu nennen sind hier außeruniversitäre Engagements aller Art und der Besuch von Zusatzveranstaltungen, wie sie neben dem regulären Lehrbetrieb z.B. der Career Service, das Rechenzentrum, das GSiK-Projekt oder das Zentrum für Lehrerbildung sowie viele andere Stellen anbieten. Auch Auslandsaufenthalte und besonders erste berufsbezogene Erfahrungen (und damit Kontakte), wie man sie in Praktika erwerben kann, sind dringend anzuraten.

Im Folgenden werden Einsatzbereiche und klassische Tätigkeiten vorgestellt, die insbesondere für die Absolventen geisteswissenschaftlicher Disziplinen der Universität Würzburg in Frage kommen:

Beachten Sie auch unsere Links zu Berufsfeldern der einzelnen geisteswissenschaftlichen Fachbereiche.

 

Literatur

  • Briedis, Kolja: Brotlose Kunst? Zur Situation von Geisteswissenschaftler(inne)n. In: Patrick Diemling/Juri Westermann (Hrsg.): Und was machst Du später damit?
    Berufsperspektiven für Religionswissenschaftler und Absolventen anderer Kleiner Fächer
    ; Frankfurt am Main u.a. 2011.
  • Gallio, Claudio: Den eigenen Beruf erfinden. Wie Geisteswissenschaftler ihre Chancen nutzen. Campus Verlag 2000.
  • Kräuter, Maria/Oberlander, Willi/Wießner, Frank: Arbeitsmarktchancen für Geisteswissenschaftler. Analysen, Perspektiven, Existenzgründung. Bertelsmann Verlag 2009.
  • Goschler, Constantin et al.: Arts und Figures: Geisteswissenschaftler im Beruf; Wallenstein Verlag 2008.
  • Janson, Simone: Der optimale Berufseinstieg: Perspektiven für Geisteswissenschaftler. Wissenschaftliche Buchgesellschaft 2006.
  • Reihe Karrieren unter der Lupe. Würzburg 2000-2003: Lexika Verlag (Serie zum Werdegang von Geisteswissenschaftlern; diverse Titel wie z.B. Journalismus, Geschichtswissenschaftler, Sprach- und Literaturwissenschaftler).
  • Kleinhagenbrock, Frank/Petersen, Stefan: Geschichte studiert - und dann? Berufsfelder für Historikerinnen und Historiker sowie Studierende anderer Geisteswissenschaften. Ein Leitfaden. OPUS-Online Publikation 2012: opus.bibliothek.uni-wuerzburg.de
  • Retsch, Annette u.a. (Hg. v. Universität Würzburg u. IHK Würzburg-Schweinfurt): Berufsfelder für Geisteswissenschaftler. Ein Leitfaden für Studierende und Arbeitgeber. Hier online als pdf verfügbar.

Links

Nachweise

[1] Bundesagentur für Arbeit - Statistik/Arbeitsmarktberichterstattung: Gute Bildung - gute Chancen. Nürnberg 2015. S. 98. Online verfügbar unter http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Akademiker/generische-Publikationen/Broschuere-Akademiker-2014.pdf. Zuletzt aufgerufen am 09.09.2015.

[2] Maria Kräuter/Willi Oberlander/Frank Wießner: Arbeitsmarktchancen für Geisteswissenschaftler. Analysen, Perspektiven, Existenzgründung. Nürnberg/Bielefeld 2009. S. 120.